Notfalltraining für Praxen und Pflegeeinrichtungen
Stand: 19.10.2026
In Praxen und Pflegeeinrichtungen arbeiten Menschen mit medizinischer Ausbildung. Trotzdem ist der Notfall dort ein Ausnahmezustand: Er kommt selten, das Team ist es nicht eingespielt, und das vorhandene Gerät wird im Alltag nie benutzt.
Die Rechtslage — ehrlich
Anders als bei der betrieblichen Ersthilfe gibt es keine einzelne Vorschrift, die Umfang und Häufigkeit eines Notfalltrainings im Gesundheitswesen festlegt. Die Anforderungen ergeben sich je nach Einrichtungsart aus unterschiedlichen Quellen — und wir nennen sie hier nur als Richtung, nicht als Vorgabe.
- Vertragsarztpraxen: Anforderungen an das Qualitätsmanagement. Ob und in welchem Umfang daraus eine Notfallschulung folgt, klärt ihr am besten mit eurer Kassenärztlichen Vereinigung.
- Pflegeeinrichtungen: Heimrecht ist Landesrecht — es gibt bundesweit keine einheitliche Regelung. Maßgeblich sind eure Aufsichtsbehörde und die Vorgaben eures Trägers.
- Für alle Beschäftigten gilt zusätzlich: Eine Praxis und eine Pflegeeinrichtung sind auch Betriebe. Die Pflicht zu betrieblichen Ersthelfern nach § 26 DGUV Vorschrift 1 besteht dort unabhängig von jeder fachlichen Qualifikation des Personals.
Warum wir das so schreiben
Wir könnten hier eine konkrete Zahl behaupten — jährlich, halbjährlich, so viele Stunden. Das täten wir nur, wenn wir sie belegen könnten. Bei Landesrecht mit sechzehn unterschiedlichen Regelungen wäre jede bundesweite Aussage falsch für die meisten Leser. Fragt bei eurer Aufsichtsbehörde oder eurem Träger nach — das ist die einzige Antwort, die für euch stimmt.
Was im Ernstfall tatsächlich fehlt
Erfahrungswerte aus unseren Trainings. Fachwissen ist selten das Problem.
- Das Gerät kennt niemand sicher. AED, Notfallkoffer, Sauerstoff und Absaugung sind da — aber sie werden im Alltag nie benutzt. Im Notfall sucht dann jemand die Bedienungsanleitung.
- Niemand führt. Alle helfen gleichzeitig, keiner koordiniert. Wer den Notruf absetzt, wer drückt, wer die Angehörigen betreut — das klärt sich nicht von selbst.
- Der Weg ist nicht geübt. Wo genau steht der Koffer, wer öffnet die Tür für den Rettungsdienst, welcher Aufzug, welches Stockwerk?
- Die Patienten sind vorerkrankt. Ein Notfall in der Praxis trifft selten einen gesunden Menschen — das verändert Verlauf und Dringlichkeit.
Was wir im Training üben
- Ablauf am eigenen Gerät, in euren eigenen Räumen
- Rollenverteilung im Team, damit im Ernstfall jemand führt
- Wiederbelebung und AED-Einsatz nach den aktuellen ERC-Leitlinien
- Typische Notfallbilder eurer Patientengruppe
- Übergabe an den Rettungsdienst — kurz, vollständig, in der richtigen Reihenfolge
Warum das bei euch stattfinden muss
Erfahrungswert, aber ein deutlicher: Ein Training in fremden Räumen mit fremdem Gerät bringt einen Bruchteil. Der Sinn ist gerade, dass ihr euren Koffer öffnet, euren AED bedient und euren Weg zur Eingangstür geht. Deshalb kommen wir zu euch.
Sagt uns, welche Einrichtungsart ihr seid und was euer Träger oder eure Aufsicht verlangt — dann stimmen wir Umfang und Inhalte darauf ab.
